Baby Kopfkissen & Helmtherapie

Zeitungsartikel, Studien und ihre Beurteilung

In den unten aufgeführten Artikeln und Studien geht es primär um zwei bisher eingesetzte Produkte zur Behandlung einer Baby Kopfverformung: eine Helmtherapie und die Lagerung auf einem Lochkissen.

Spezielle Baby Kopfkissen

Bei dem Kissen handelt sich meist um ein so genanntes Lochkissen.
Es hat in der Mitte ein Vertiefung, um ein bereits abgeflachtes Hinterhaupt zu entlasten.
In den ersten Lebenswochen kann neben einer klassischen Wechsellagerung so ein spezial Kissen hilfreich sein.
Es wird beobachtet, dass Säuglinge mit einer „Schokoladenseite“ ihren Kopf aber dennoch auf die betroffene flache Stelle drehen und die Einnahme einer bestehenden Vorzugshaltung nicht effektiv verhindert werden kann. Zudem wird rein physikalisch betrachtet eine schon abgeflachte Hinterhauptseite nicht wirklich entlastet, die Mulde im Kissen vergrößert lediglich die Auflagefläche für den schon abgeflachten Hinterkopfbereich des Babys. Dadurch wird eine fortschreitenden Schädeldeformität (Plagiocephalus und Brachycephalus) günstigstenfalls verlangsamt – aber nicht korrigiert.
Um die Korrektur der Baby Kopfverformung jedoch effektiv und nachhaltig zu gestalten, ist die Entlastung der abgeflachten Hinterhauptsseite und Belastung der prominenten Hinterhauptseite entscheidend.

Helmtherapie 

Die Helmtherapie wird bei starker Asymmetrieausprägung der Kopfform eingesetzt und wenn eine korrigierende Lagerungstherapie nicht durchgeführt werden konnte.
Wissenschaftler bewerten die Korrekturwirkung sehr unterschiedlich (Bialocerkowski, Vladusic und Howell 2005) [1].

  • Einige kommen zu dem Schluss, dass, wenn ein Kind zwei Jahre alt ist, es keinen signifikanten Unterschied mehr gibt, zwischen dem Effekt einer Helmtherapie und keiner. Studie zur Helmtherapie 01.05.2014 BMJ.
  • Andere Forschergruppen konnten sehr wohl positive Korrekturergebnisse verzeichnen (Loveday und de Chalain 2001). Allerdings wirkt sich die Korrektur wohl maßgeblich auf die Schädelform aus. Die Schädelbasisasymmetrie – die verschobene Stellung der Ohren, der Gleichgewichtsorgane und Kiefergelenke – konnte nur wenig korrigiert werden.
  • Xia et al. (2008) kamen in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass die Korrektur des Plagiozephalus durch Gegenlagerung, also der Positionierung des Kopfes auf der prominenten Hinterhauptsseite effektiv sei. Sie legen Eltern nahe, ihren Säugling in den ersten Lebensmonaten bevorzugt, also korrigierend auf dem prominenten Hinterhaupt zu lagern. Bei älteren Säuglingen mit starker Verformung des Schädels empfehlen sie die Helmtherapie. 
  • Für Säuglingen zwischen dem 3. – 7. Lebensmonat konnten Wissenschaftler keine einheitliche Empfehlung formulieren (Pollack, Losken und Fasick 1997; Littlefield, Reiff und Rekate 2001; Littlefield, Reiff und Rekate 2001; Persing et al. 2003).

Lagerungstherapie 

An diesem Punkt setzt die Lagerungshilfe VARILAG® an: sie hilft, durch die positionierte Seitenlage die Kopfform des Säuglings bis zur Symmetrie zu korrigieren. Hier finden Sie ausführlichere Informationen zur Wirkungsweise und Anwendungsdauer.

Korrektur Baby Kopfverformung

27.3.2009
Kinder- und Jugendärzte im Netz
Orthopädische Kissen wenig hilfreich bei Kopfverformung
19.03.2014
Handelsblatt
Babys mit Kissen vor Schädelverformung schützen
28.03.2014
Der Tagesspiegel
Schlaf in Rückenlage kann den Kopf von Säuglingen verformen
28.05.2014
Spiegel Online
Neugeborene: Das hilft gegen einen verformten Babykopf

Literaturangaben [1]:
Bialocerkowski, AE.; Vladusic, SL.; Howell, SM.: Conservative intervention for positional plagiocephaly: a systemativ review. Developmental Medicine & Child Neurology, 2005 (47), 563-570.
Littlefield, TR.; Reiff, JL.; Rekate, HL.: Diagnosis and management of deformational plagiocephaly. BNI Q, 2001 (4), 18-25.
Loveday, BPT.; de Chalain, TB.: Active Counterpositioning or orthotic device to treat positional plagiocephaly? The journal of craniofacial surgery, 2001 (4), 308-313.
Persing, J. et al.: Prevention and Management of Positional Skull Deformities in Infants. Pediatrics, 2003 (1), 199-202.
Pollack, IF.; Losken, HW; Fasick, P.: Diagnosis and management of posterior plagiocephaly. Pediatrics, 1997 (2), 180-185.
Xia, JJ. et al.: Nonsurgical Treatment of Deformational Plagiocephaly – A Systematic Review. Arch Pediatr Adolesc Med, 2008 (8), 719-727.

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